Fragen & Antworten zum Nabelschnurblut
Wie lange kann man Nabelschnurblut konservieren?
Bei professioneller Einlagerung und sorgfältiger Aufbereitung ist es mit moderner Technik möglich Nabelschnurblut weit über hundert Jahre einzulagern. Die Meinung, dass Nabelschnurblut nur für wenige Jahrzehnte “haltbar” ist wurde von wissenschaftlicher Seite widerlegt. Die Stoffwechselprozesse des Nabelschnurbluts kommen bei der Lagerung zum Erliegen, indem das Blut sehr tief eingefroren wird.
Worin liegt der Unterschied bei einer Einlagerung in einer öffentlichen und einer privaten Bank?
Wird das Nabelschnurblut in einer öffentlichen Bank eingelagert, muss es dem eigenen Spender u.U. im Verlauf seines Lebens nicht tatsächlich auch bei Bedarf zur Verfügung stehen. Zum einen wird nicht alles an Nabelschnurblut aufbewahrt, was “gespendet” wird. Zum anderen kann es sein, dass das Nabelschnurblut zwischenzeitlich für einen anderen Menschen genutzt wurde. Dies ist bei einer privaten Bank nicht der Fall: Hier bleibt das Nabelschnurblut ein Leben lang Eigentum des Spenders, bzw. der Eltern des Kindes.
Kann eine Therapie mit Stammzellen nur bei Kindern, bzw. jungen Erwachsenen angewendet werden?
Nein. In den vergangenen Jahren wurde eingelagertes Nabeschnurblut zu ca. 50 Prozent für Therapien an Erwachsenen genutzt. Es kann zwar im EInzelfall deutlich einfacher sein, einen jungen Menschen mit Stammzellen zu therapieren (da der Bedarf an Stammzellen mit dem Körpergewicht steigt). Allerdings können viele Therapien (Selbstheilung, Gewebeersatztherapie) bereits schon mit wenigen Stammzellen angestoßen werden.
Können Krankheiten durch die Stammzellentherapie reaktiviert, bzw. verstärkt werden?
Es gibt Krankheiten, die typischerweise vererbt werden. Hierzu zählt etwa die Leukämie. Bei der Gabe von Körpereigenen Stammzellen besteht hier das Risiko, dass derartige Krankheiten wieder auftreten oder verstärkt werden, weshalb Ärzte je nach Patient fallweise entscheiden müssen ob es hilfreicher ist eigenes Nabelschnurblut anzuwenden oder das eines fremden Spenders. Da die meisten Krankheiten jedoch nicht genetisch bedingt sind, sondern andere Ursachen haben (Umwelt, Ernährung, etc.) ist das eigene Nabelschnur die prinzipiell bessere “Lösung”. Denn wie bei einer Transplantation kann es zu Abstoßungsreaktionen des Körpers bei der Gabe körperfremder Zellen kommen. Bei der Gabe körpereigenen Nabelschnurbluts treten solche negative Effenkte hingegen nicht auf.
Worin liegt der Vorteil einer Nabelschnurbluteinlagerung gegenüber der Nutzung von Stammzellen aus dem Knochenmark?
Der diesbezügliche Vorteil liegt schlicht in der Güte der Stammzellen. Dies kann man sich auch hinsichtlich der Spende von Knochenmarkt vor Augen führen: Ab einem gewissen Alter (55 Jahre) werden Erwachsene nicht mehr zur Knochenmarksspende zugelassen. Der Grund hierfür ist, dass auch das Knochenmark und die darin enthaltenen Zellen altern. Nabelschnurblut, welches eingelagert und aufbereitet wird altert hingegen aufgrund der Lagerungstechnik nicht und ist somit “frisch” und damit auch leistungsstärker.
Was kostet die Nabelschnurblut-Einlagerung?
Die Kosten sind unterschiedlich. Wie bereits beschreiben, gibt es die Möglichkeit das Nabelschnurblut in einer öffentlichen Spendenbank einzulagern. Viele solche öffentliche Spendenbanken ermöglichen eine kostenlose Einlagerung. Allerdings sind die Ansprüche, welche öffentliche Spendenbanken für Nabelschnurblut an dieses stellen höher: Hier kann es eher zu einer Ablehnung kommen (Abhängig von der Zellzahl). Ansonsten sind die Kosten sehr unterschiedlich. Mit gut 2.500 Euro müssen Eltern jedoch rechnen, wollen sie das Nabelschnurblut ihres Kindes für mindestens 20 Jahre einlagern (siehe hierzu auch: Focus online)